4. Dezember – Kirschzweige schneiden

Am 4. Dezember, dem Namenstag der Heiligen Barbara, stelle ich immer ein paar Kirschzweige ins Wasser. Denn Kirschzweige, die am 4. Dezember geschnitten und dann in eine Vase mit Wasser gestellt werden, haben gute Chancen, zu Weihnachten zu blühen. Ich freue mich immer total, wenn die Knospen grün werden und dann aufgehen. So eine Vase mit blühenden Kirschzweigen an Weihnachten ist einfach wunderschön!

Zweige im Winter zum Blühen bringen – ein uralter Brauch

Die Barbarazweige sind wie das Barbarakraut nach der Heiligen Barbara benannt. Bei der Heiligen Barbara handelt es sich um eine Märtyrerin aus dem 3. Jahrhundert, die sich taufen ließ und deshalb eingesperrt und hingerichtet wurde. Der Legende nach verfing sich auf dem Weg in die Gefangenschaft ein Kirschzweig in ihrem Kleid. Diesen stellte sie in einen Trinkbecher, in dem noch ein Rest Wasser enthalten war. Am Tag ihrer Hinrichtung blühte er auf. Für Barbara war dies trotz ihres Schicksals ein gutes Omen.

Heute gilt es ebenso als gutes Zeichen für das kommende Jahr, wenn die Barbarazweige am Christtag, also am 25. Dezember, aufblühen. Je nach Region kann das Glück durch das rechtzeitige Aufblühen der Kirschzweige unterschiedliche Bedeutungen haben:

  • Hinweis auf eine gute Ernte
  • Zeichen für eine Verlobung oder Hochzeit
  • Glück im Lotto
  • Namenskärtchen an den Ästen verraten Mädchen den Namen des zukünftigen Bräutigams
  • Die Anzahl der Blüten auf den Zweigen verraten die Entwicklung des Wetters im neuen Jahr

Was du tun musst, damit deine Zweige blühen

In der Stadt habe ich als gartenlose Balkongärtnerin leider keinen Zugang zu einem eigenen Kirschbaum. Deshalb gehe ich immer zur Floristin um die Ecke und hole mir einen Strauß Zweige. Traditionell mache ich das immer am 4. Dezember. Denn eigentlich sollen die Zweige an diesem Tag geschnitten werden, damit sie bis Weihnachten blühen. Wurden die Zweige früher geschnitten – was wahrscheinlich beim Kauf im Geschäft der Fall ist – stehen die Chancen gut, dass sie noch vor oder jedenfalls bis Weihnachten aufblühen.

Hast du jedoch einen Obstbaum im Garten, dann kannst du Zweige von der Kirsche, aber auch vom Apfel-, Zwetschgen- oder Mandelbaum nehmen. Falls es in dem Jahr noch nicht gefroren hat, dann lege die Zweige über Nacht in den Gefrierschrank.

Bevor du sie in die Vase oder ein anderes dekoratives Gefäß stellst, solltest du die Schnittstellen mit einem Hammer vorsichtig aufklopfen. Dann können die Äste das Wasser besser aufnehmen. Du erhöhst damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Zweige blühen.

Wundere dich nicht, wenn sich das Wasser rot oder orange färbt. Gieße ab und zu frisches Wasser in die Vase hinein, ohne das alte zu entfernen. So mache ich es immer und meistens blühen meine Zweige an Weihnachten.

Ein gutes Omen für das neue Jahr

Am schönsten finde ich es, wenn die Zweige tatsächlich am 24. oder 25. Dezember zu blühen beginnen. Das fühlt sich an, als geht die Sonne auf! Es hat etwas Hoffnungsvolles. Denn Blüten im tiefsten Winter sind bekanntlich eher selten.

Ob fürs Glück oder einfach so – viel Spaß auf jeden Fall beim Aufstellen am 4. Dezember und beim Beobachten und Staunen, wenn die Barbarazweige blühen!

Für mich gehört das Aufstellen von Kirschzweigen genauso zur Adventszeit, wie das Aufhängen von Misteln und das Räuchern von Salbei in den Raunächten

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