Hagebutten sammeln und zubereiten

Hagebuttensträucher gehören zur Familie der Rosengewächse. Du findest sie nicht nur am Land, sondern auch in der Stadt, häufig an Wald- und Wegesrändern. Die essbaren Früchte kannst du im Winter nach dem ersten Frost ernten. Roh, direkt nach der Ernte, sind Hagebutten eher nicht genießbar. Wie du die Vitamin-C-reichen Früchte für den späteren Verzehr verarbeiten kannst, erfährst du hier!

Hagebutten erkennen

Wilde Hagebutten wachsen auf Sträuchern mit Dornen, ganz so, wie ihre Verwandten, die Wildrosen. Die dunkelgrünen Blätter sind meist eiförmig und gesägt. Im Mai und Juni blüht der Hagebuttenstrauch und bringt schalenförmige, weiß bis rosa Blüten hervor. Sie sind vier bis fünf Zentimeter breit und duften herrlich nach Rosen.

Als Wildpflanze interessant sind aber vor allem die Sammelfrüchte. Sie sind rotglänzend, eiförmig und meist zwischen zwei und zweieinhalb Zentimeter lang. Die Früchte sind grundsätzlich essbar, die Kerne sind jedoch giftig. In meiner Kindheit haben wir sie gerne aus der Frucht gequetscht und uns gegenseitig ins T-Shirt gesteckt. Als Juckpulver funktionieren die haarigen Kerne ganz wunderbar!

Wissenswertes über die Frucht

Die ersten reifen Hagebutten wirst du wahrscheinlich schon im September oder Oktober entdecken. Wer sie jedoch zu Marmelade oder Tee weiterverarbeiten möchte, sollte auf den ersten Frost warten. Dann sind die Hagebutten weicher und aromatischer. Hagebutten haben einen hohen Vitamin-C-Gehalt und sind als Tee die ideale Nährstoffergänzung zur witterungsbedingten eingeschränkten, saisonalen Ernährung.

Ich finde, Marmelade aus Hagebutten ist etwas ganz köstliches. Durch die passierte Konsistenz erinnert mich Hagebutten-Marmelade fast schon an eine fruchtig schmeckende Schokolade. Die Herstellung ist etwas aufwendig, lohnt sich aber allemal.

Zubereitung von Hagebutten-Tee

Nimm eine beliebige Menge an Hagebutten, halbiere die Früchte, entkerne sie und lege sie auf ein Backblech. Zerkleinere große Früchte vielleicht noch mehr, um den Trockenvorgang zu beschleunigen.

Lasse die Früchte im Backofen bei 40 Grad Celsius trocknen. Halte dabei die Backofentür einen Spalt geöffnet, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Wenn dein Backofen über ein Umluft-Programm verfügt, nutze das für die Trocknung. Wenn du ein Dörrgerät hast, noch besser! Das Trocknen dauert jedenfalls mehrere Stunden lang. Eine Trocknung im Raum empfehle ich nicht. Häufig verschimmeln die Früchte, bevor sie ganz austrocknen.

Bewahre die getrockneten Hagebutten in einer Teedose auf. Für die Zubereitung gieße kochendes Wasser darüber und lasse den Tee fünf bis acht Minuten lang ziehen. Du kannst Hagebutten-Tee auch prima mit getrockneten Apfelschalen, mischen, die dir vielleicht beim Zubereiten von Kuchen übriggeblieben sind.

Hagebutten-Marmelade-Rezept:

  • 1 kg Hagebutten
  • 250 ml guten Weißwein
  • 500 g Gelierzucker 1:1
  • 500 ml Wasser
  • 1 TL fein geriebene Zitronenschale
  1. Zuerst die Hagebutten mit dem Wein aufgießen und vier Tage an einen kühlen Ort stellen
  2. Rühre den Sud mehrmals täglich gut durch
  3. Passiere danach alles durch ein Sieb oder noch besser durch eine Flotte Lotte
  4. Koche Gelierzucker und Wasser, bis die Flüssigkeit zäh ist
  5. Füge das Mus hinzu und koche die Marmelade mehrere Male auf
  6. Gib die Zitronenschale dazu und rühre fest um
  7. Fülle die Marmelade in sterilisierte Schraubgläser
  8. Drehe sie um, stell sie auf den Deckel und lasse alles gut auskühlen

Hinweis: Achte beim Ernten von wild wachsenden Hagebutten darauf, dass du etwa zwei Drittel der vorhandenen Früchte auf dem Busch belässt. Sie sind im Winter genauso wie Sanddorn eine wichtige Nahrungsquelle für Wildvögel. Da aber wahrscheinlich niemand mit einer Leiter bestückt durch den Wald läuft, um Beeren und Früchte zu sammeln, bleiben meistens ganz unweigerlich die hoch oben wachsenden Früchte für die Vögel übrig. Und die meisten Wildpflanzen-Sammler, die ich kenne, gehen sowieso achtsam mit der Natur und ihren Ressourcen um 😉

Wenn du schon beim Sammeln von Hagebutten bist..

..sammle doch gleich auch Brennnesseln, Knoblauchsrauke, Sanddorn und Misteln.

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