Knoblauchsrauke sammeln – praktische Gewürzpflanze für die Küche

Nur weil gerade ein winterliches Wetter herrscht, heißt es nicht, dass du auf die Beschäftigung mit Pflanzen und auf eine Selbstversorgung in der Stadt verzichten musst. Begib dich doch einfach auf einen Spaziergang – bewaffnet mit einem Stoffsackerl – und halte Ausschau nach der Knoblauchsrauke. Diese Gewürz- und Heilpflanze ist eine tolle Alternative zu Knoblauch und Pfeffer.

Bestimmungsmerkmale der Knoblauchsrauke

Als Gewürz- und vermutlich auch als Heilkraut bekannt war die Knoblauchsrauke schon vor fünftausend Jahren, wie archäologische Funde belegen. Die Wildpflanze, die auch unter den Namen Knoblauchskraut und Lauchkraut bekannt ist, kannst du ganzjährig ernten. Essbar davon sind alle Teile. Das Kraut wächst eher im Schatten, an Hecken- und Wegrändern, in Parks und Gärten sowie in lichten Laubwäldern. Du erkennst es gut an den folgenden Merkmalen:

  • Die Wuchshöhe beträgt zwischen 60 und 70 cm, manchmal bis 110 cm
  • Die Blätter erinnern an Brennnesseln, jedoch ohne Brennhaare
  • Der Blattstiel hat markante Einkerbungen
  • Die Knoblauchsrauke riecht beim Zerreiben der Blätter deutlich nach Knoblauch
  • Die Blüten sind weiß und etwa 5-8 cm groß
  • Die Blütezeit ist von Mitte April bis Anfang August

Die Knoblauchsrauke für die Küche

Wer Knoblauch oder Bärlauch nicht verträgt, findet in der Knoblauchsrauke einen prima Ersatz. Du kannst die Knoblauchsrauke im Salat, Pesto, würzigen Smoothie, in Suppen oder Soßen sowie im Topfen als Kräuteraufstrich verwenden. Verwende dafür gerne die Blätter samt Stängel. Wenn du die Knoblauchsrauke in der Suppe oder in einem anderen gekochten Gericht hinzufügen möchtest, dann gib sie erst zum Schluss dazu, damit das feine knoblauch-pfeffrige Aroma durch die Hitze nicht zerstört wird.

Falls du zufällig Samen erntest, dann nutze die frischen als scharfes Gewürz in Gemüsegerichten. Sind die Samen bereits schwarz, also ausgereift, dann stelle beispielsweise Senf daraus her. Oder du mischt die Samen in die Pfeffermühle und verwendest sie wie Pfeffer. Sogar die Wurzel kannst du essen, fein gerieben als scharfes Gewürz. Ich habe damit jedoch noch keine Erfahrung gemacht.

Verwende alle Teile der Knoblauchsrauke nur frisch, da sonst die Inhaltsstoffe verloren gehen. Um das Kraut haltbar zu machen, stelle Pesto her oder friere das Kraut ein. Trocknen eignet sich für die Haltbarmachung weniger.

Wenn du schon beim Sammeln von Knoblauchsrauke bist..

..sammle doch gleich auch Brennnesseln, Hagebutten, Sanddorn und Misteln.

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