Wildkräuter im Dezember – Brennnesseln sammeln

Die Brennnessel ist eher unscheinbar. Sie wächst an Wegrändern, entlang von Wäldern, an Flussufern und an Schuttplätzen. Für den Genießer sind vor allem die jungen Blätter interessant, die man wie Spinat zubereiten kann. Beliebt ist die Brennnessel aber auch wegen ihrer entwässernden Eigenschaft.

Worauf beim Sammeln achten?

Wer sich auf die Suche nach Brennnesseln begibt, sollte ein Paar Gartenhandschuhe mit dabei haben. Denn die Pflanze besitzt sogenannte Brennhaare an den Stielen und Blättern, die – wie der Name schon sagt – auf der Haut unangenehm und nachhaltig brennen, wenn man sie berührt.

Das Sammeln dieses Frauenkrauts lohnt sich aber. Denn sie haben einen hohen Eiweißgehalt und enthalten Vitamin A und C, Kalzium, Magnesium und Eisen. Ich sammle die Brennnessel gerne, um mir einen harntreibenden Brennnesseltee zubereiten zu können, vor allem im Frühling, um eine Entgiftungskur zu unterstützen.

Für eine Brennnessel-Suppe sammelst du am besten die jungen Blätter der oberen 20 cm der Pflanze. Diese weisen den besten Geschmack auf, der fein aromatisch ist.

Brennnesseln trocknen

Die Zubereitung von Brennnesseltee ist denkbar einfach. Wasche die geernteten Blätter samt Stängel unter fließendem Wasser ab, schüttle das Wasser kurz ab und hänge den Strauß einfach kopfüber in der Küche zum Trocknen auf. Falls du die Blätter einzeln geerntet hast, lege sie nach dem Waschen zum Trocknen auf ein Küchentuch aus. Wenn das Kraut vollständig getrocknet ist, kannst du die Blätter oder den ganzen Strauß in entsprechend großen Teedosen aufbewahren.

Nimm für die Zubereitung von Brennnesseltee eine paar getrocknete Blätter, zerreibe sie zwischen den Fingern und fülle sie in ein Teesieb. Gieße kochendes Wasser darüber und lass den Tee 10 bis 15 Minuten lang ziehen.

Koche dir eine Suppe

Für eine köstliche Brennnessel-Suppe mit Brotwürfeln benötigst du:

  • 300 g Brennnesselblätter
  • 1 Zwiebel
  • 3 EL Butter
  • 1 Liter Gemüsebrühe
  • 200 ml Schlagobers
  • Salz, Pfeffer, geriebene Muskatnuss
  • ein Spritzer Zitronensaft
  • 4 Scheiben Dinkelbrot
  • eventuell noch weitere aromatische Wildkräuter

Schwitze zuerst den geschälten und geschnittenen Zwiebel in 1 EL Butter an. Füge die Brennnesselblätter hinzu und koche sie mit der Gemüsebrühe auf. Lass die Suppe ein paar Minuten köcheln. Püriere anschließen die Suppe und verfeinere sie mit Schlagobers, Gewürzen und Zitronensaft.

Falls du andere Wildkräuter zur Hand hast, wie beispielsweise Knoblauchsrauke, kannst du sie ebenfalls vor dem Pürieren zur Suppe geben. Sie verleiht dem Gericht eine herrlich aromatische Note.

Schneide Brotscheiben in Würfel und röste sie in einer Pfanne mit 2 EL Butter goldbraun an. Serviere die knusprigen Brotscheiben zur heißen Suppe. Bon Appétit!

Was du noch alles mit Brennnesseln machen kannst

Frisch geerntet kannst du das nahrhafte Wildkraut in den grünen Smoothie werfen. Wenn du sehr viel davon geerntet hast, kannst du einen richtigen Spinat draus kochen und mit Spiegeleiern servieren. Oder du bereitest Nockerl zu und verfeinerst sie mit geschmolzener Butter und Parmesan.

Brennnesseln lassen sich übrigens auch einfrieren und für eine spätere Verwendung aufheben. So hast du stets genug von dem nahrhaften Kraut zur Hand.

Wenn du schon beim Sammeln von Brennnesseln bist..

..sammle doch gleich auch Knoblausrauke, Hagebutten und Misteln.

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