Wildpflanzen im Winter: Superfood Sanddorn

Sanddorn erkennst du sofort an der leuchtend orangen Farbe der Beeren. Erntereif sind sie meist schon ab Oktober und manchmal bis ins Frühjahr hinein. Doch sei gut für die Ernte vorbereitet. Denn der dornige Busch verteidigt seine Früchte wacker.

Sanddorn leicht erkennen

Vielleicht sind dir beim winterlichen Spaziergang schon einmal die leuchtend orangen Beeren ins Auge gestochen. Sanddorn wächst in der Ebene genauso wie in den Alpen. Er bevorzugt helle Plätze und ist oft in lichten Wäldern zu finden. In Städten kann man ihn manchmal in Vorgärten oder Parkanlagen entdecken. Aber Vorsicht: der Busch hat Dornen!

Das Superfood aus der (urbanen) Wildnis

Die Sanddorn-Beeren zu ernten lohnt sich allemal! Denn in 100 Gramm frischen Beeren ist bis zu 450 Milligramm Vitamin C enthalten. Ideal, um Erkältungen im Winter vorzubeugen. Außerdem sind die Beeren sehr saftig und sie eignen sich prima für die Zubereitung von Säften, Marmeladen, Smoothies, Liköre, als Trockenobst oder einfach als dekorativer Vasenschmuck. Wer im Verarbeiten von Wildpflanzen zu Kosmetika versiert ist, kann Sanddorn auch als Bestandteil von Handcreme verwenden.

Zwei Methoden für die Ernte

Man kann Sanddorn nicht unvorbereitet ernten. Du benötigst auf jeden Fall Handschuhe, die Dornen abwehren, wie beispielsweise Rosenhandschuhe, und am besten Kleidung, die schmutzig werden darf.

Bei Methode Nummer 1 gehst du am besten wie beim Melken einer Kuh vor. Umfasse eine Traube Beeren und ziehe sie vom Ast. Halte darunter gleich ein Sackerl oder einen Kübel bereit, um das Erntegut darin aufzufangen. Bei dieser Methode wirst du ordentlich schmutzig.

Methode Nummer 2 würde ich bei Sanddorn, der nicht mein eigener ist, nicht anwenden. Dafür benötigst du eine Gartenschere, mit der du die Äste abschneidest und mit nachhause nimmst. Friere die Beeren samt Geäst eine Nacht über ein. Am nächsten Tag kannst du die Beeren in einen Sack stecken und sie ganz leicht von den Zweigen beuteln. Diese Erntemethode verursacht nur wenig Dreck. Die Beeren wachsen übrigens nur auf den einjährigen Trieben. Also macht es nichts, wenn du deinen Sanddornbusch für die Ernte stutzt.

Hinweis: Achte beim Ernten von wildem Sanddorn darauf, dass du etwa zwei Drittel der vorhandenen Früchte auf dem Busch belässt. Sie sind im Winter genauso wie Hagebutten eine wichtige Nahrungsquelle für Wildvögel. Da aber wahrscheinlich niemand mit einer Leiter bestückt durch den Wald läuft, um Beeren und Früchte wild zu sammeln, bleiben meistens ganz unweigerlich die hoch oben wachsenden Früchte für die Vögel übrig. Und die meisten Wildpflanzen-Sammler, die ich kenne, gehen sowieso achtsam mit der Natur und ihren Ressourcen um 😉

Wenn du schon beim Sammeln von Sanddorn bist..

..sammle doch gleich auch BrennnesselnKnoblauchsrauke, Hagebutten und Misteln.

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