Essbares in der Wohnung anbauen – geht das?

Wenn du Gemüse anbauen möchtest, benötigst du nicht unbedingt einen eigenen Garten oder einen Balkon. Schaffe doch etwas Platz auf der Fensterbank, wo genügend Licht zu Tomaten, Gurken oder Kräuter gelangt. Eine eigene Indoor-Farm ist nicht nur ein tolles Hobby, sondern bietet dir auch eine echte Kostenersparnis. Denn alles, was du nicht kaufen musst, ist bares Geld wert. Und frisch gepflückt schmeckt es einfach am besten! Hier ein paar Beispiele für Pflanzen, die sich besonders gut für den Anbau in der Wohnung eignen.

Tomaten

Tomaten gedeihen auch bei nicht so guten Lichtverhältnissen. Umso heller es allerdings ist, desto besser entwickelt sich der Geschmack. Tomaten – oder Paradeiser, wie man in Österreich sagt – mögen es warm. Ist der Standort zu hell, wachsen sie zu sehr in die Höhe. Verwendet die Pflanze all ihre Energie, um größer zu werden, gibt es am Ende weniger Früchte. Wenn die Tomatenpflanze schier Endlose nach oben wachsen will, kannst du sie einfach oben abschneiden. Wichtig ist außerdem, die kleinen Zwischentriebe weg zu pflücken, um das Fruchtwachstum zu fördern.

Für das Anpflanzen von Tomaten nimmst du am besten große und tiefe Töpfe. Um die Blüten zu befruchten – was in der Natur von Bienen übernommen wird – nimm einfach einen Pinsel zur Hand und streiche über das Innere der Blüten. Mit der Aufzucht beginnst du idealerweise im März. Ich empfehle Cocktailtomaten oder andere kleine Sorten. Tomaten benötigen eine Stange, an der man sie festbindet. Der perfekte Standort ist am oder vor dem Fenster.

Gurken und Zucchini

Diese Pflanzen lassen sich wie Tomaten problemlos in der Wohnung anbauen. Als Anzuchtgefäß eignet sich ein Topf oder Kübel von etwa 10 Liter Fassungsvermögen. Jute oder aus Kunststoff gewebte Säcke (beispielsweise die kleinen blauen Säcke von dem schwedischen Möbelhaus) eignen sich ebenfalls dafür. Zucchini brauchen in der Breite mehr Platz. Gurken ranken dafür nach oben. Besonders schön sehen dieses aus, wenn man sie rund um den Fensterrahmen hochbindet. Die kleinen gelben, sternförmigen Blüten sind eine echte Augenweide. Danach hängen an ihrer statt kleine, delikate Gurken. Bei den Zucchini-Pflanzen muss man mit kleinen Kindern aufpassen! Denn die Blätter haben etwas Stacheliges an sich und können recht groß werden. Die Früchte im Topf werden meistens rund 15 Zentimeter groß.

Kartoffeln

Erdäpfel, wie sie bei uns in Wien genannt werden, lassen sich ganz leicht im Sack anpflanzen. Du benötigst also einen Stoffsack, den du auf eine entsprechend große Untertasse stellst. Hinein kommt eine Schicht Erde sowie ausgetriebene Kartoffelknollen, wobei nur die Knollen, nicht aber die Triebe unter die Erde kommen. Damit das Licht besser zum Austrieb gelangt, rollst du den Sack entsprechend weit nach unten. Mit zunehmendem Wachstum schüttest du die Erde auf die Triebe und rollst den Sack weiter aus. Vergiss das Gießen nicht!

Das Grünzeug, das dann aus dem Sack heraussteht, zeigt an, wann die Kartoffeln erntereif sind. Denn wird das Grün welk und braun, kannst du die Kartoffeln aus der Erde holen. Eine ausgetriebene Kartoffelknolle ergibt etwa ein bis zwei Kilogramm Kartoffeln. Wem der Anbau mit dem Sack zu wenig Ertrag bringt, kann auch eine Mörtelwanne in die Wohnung stellen. Für Recycling-Fans eignet sich der Plastiksack, in dem die Pflanzenerde verpackt war.

Ingwer

Ähnlich wie Kartoffeln kann man auch Ingwer zu Hause anpflanzen. Dafür nimmst du einfach ein daumengroßes Stück Ingwer, legst es über Nacht in warmes Wasser und setzt es am darauffolgenden Tag in befeuchtete Erde ein. Den Topf muss man stets feucht halten und mit einer Folie abdecken. Etwas Luft sollte trotzdem noch dazu kommen. Mit der Zeit zeigen sich Blätter an der Oberfläche. Werden diese gelb, kannst du den Ingwer ernten. Auf diese Art lässt sich Ingwer unendlich oft vermehren.

Kohlrabi

Kohlrabi ist ein Gemüse, das sich prima als Rohkost, gebraten oder im Strudelteig verspeisen lässt. Du kannst Kohlrabi übrigens auch prima in der Wohnung anbauen. Dafür benötigst du nur ausreichend große Töpfe, Erde und einen Platz am Fenster.

Zitronen

Für den Anbau von Zitronen braucht man viel Geduld. Denn bis diese Pflanze trägt, können Jahre vergehen. Einen Versuch ist es trotzdem wert. Einfach ein bis zwei Samen einer Bio-Zitrone in die Erde stecken und schauen, was passiert. Meistens keimt sehr bald ein Grünpflänzchen daraus hervor, das du hegen und pflegen kann. Vielleicht wirst du irgendwann mit saftigen Früchten belohnt. Ich habe es schon ein paar Mal probiert, allerdings ohne Erfolg. Ich habe aber schon tragende Zitronenpflanzen in Wohnungen anderer Leute gesehen. Als Standort solltest du jedenfalls einen konstant warmen und sonnigen Ort auswählen, damit es gelingt.

Kräuter

Natürlich kannst du auch Kräuter aller Art, wie beispielsweise Rosmarin, auf der Fensterbank ziehen. Denn die meisten Sorten benötigen nicht viel Platz und oft auch kein direktes Sonnenlicht. Ziehe doch einfach aus Samen Basilikum, Petersilie, Thymian, Majoran, Salbei, Minze und Kresse auf der Fensterbank und du hast immer frische Küchenkräuter zur Hand.

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