Eine Baumscheibe für die urbane Selbstversorgung nutzen

Ein wirklich tolles Angebot, das es bereits in vielen Städten gibt, ist eine Baumscheiben-Patenschaft. Baumscheiben werden von der Stadt nicht wirklich gepflegt oder gar begrünt und dienen oft nur als Hunde-Toilette. Wer jedoch eine Baumscheiben-Patenschaft übernimmt, darf dieses Fleckchen Erde in der Stadt bepflanzen, begrünen und pflegen. Besonders für Familien, die ihren Kindern die Möglichkeit bieten wollen, sich im Gärtnern zu probieren, sind Baumscheiben einfach fantastisch! In Wien funktioniert die Sache mit der Baumscheiben-Patenschaft folgendermaßen.

Baumscheiben-Patenschaft beim Magistrat vereinbaren 

Wer eine Baumscheibe betreuen möchte, meldet sich bei der Gebietsbetreuung des jeweiligen Bezirks mit der Nummer des Baumes oder einem Foto des Platzes und der Adresse und fragt an, ob die Baumscheibe noch zu haben ist. Danach unterschreibt man eine Nutzungsvereinbarung. Diese wird von mehreren Stellen unterzeichnet. Wenn du die unterschriebene Vereinbarung zurückerhältst, kannst du sich sogleich ans Werk machen.

Essbares in der Stadt anpflanzen?

Wahrscheinlich denkst du dir jetzt, dass du neben Autoabgasen und Verkehr kein Gemüse anbauen möchtest. Angeblich ist jedoch nur das, was in der Erde angebaut wird, von Schadstoffbelastungen betroffen. Und umso höher eine Frucht wächst, desto unbedenklicher ist der Anbau. Natürlich hängt die Schadstoffbelastung auch vom Standort ab. Eine Baumscheibe an einer stark befahrenen Straße mitten in der Stadt weist sicherlich eine höhere Belastung durch Schadstoffe auf, als eine in einer Seitengasse am Stadtrand.

Was ich an einer Baumscheibe anbauen würde

Ich habe schon Baumscheiben mit Zucchinipflanzen, Gurken und Erdbeeren darauf gesehen. Ich würde auch bedenkenlos Kürbis auf einer Baumscheibe in der Stadt anbauen. Kürbis und Zucchini sind relativ unkompliziert, wurzeln nicht sonderlich tief, benötigen aber viel Platz, um sich auszubreiten. Ideal, um diese beiden Gemüsesorten auf einer Baumscheibe anzubauen.

Die Grenzen einer Baumscheibe zum Zweck der urbanen Selbstversorgung

Ich hatte vergangenes Jahr bereits eine Vereinbarung für eine Baumscheibe abgeschlossen und auch schon damit begonnen, neue Erde aufzuschütten und Frühjahrsblüher einzusetzen. Leider wurde mein Vorhaben von einer benachbarten Hundebesitzerin äußerst hartnäckig boykottiert, weshalb ich den Versuch, Gemüse auf einer Baumscheibe anzubauen, abbrach.

Das bedeutet, dass du Glück oder Pech haben kannst. Wenn du jemanden in deiner Nachbarschaft hast, der um keinen Preis die Toilette für den Hund aufgeben möchte, kannst du Zeit, Mühe und Geld investieren soviel du willst. Du wirst immer vor ausgerupften und zertrampelten Pflanzen stehen. Ich empfehle jedenfalls eine deutlich sichtbare Beeteingrenzung, um die Baumscheibe als Beet zu markieren.

Natürlich stellt sich auch die Frage nach dem möglichen Diebstahl, sobald die Pflanzen tragen. Ich befürchte Diebstahl eher weniger. Bei uns in der Nachbarschaft gab es letzten Sommer ein Hochbeet für Alle, in dem auch Zucchini und Tomaten gepflanzt wurden. Niemand hat das Gemüse geerntet, es vergammelte. Ich vermute, die meisten Städter wissen überhaupt nicht, wie eine Zucchini- oder Kürbispflanze aussieht. Und die großen Blätter verdecken das Gemüse ganz gut.

Mein Fazit zur Baumscheibe

Ich denke, man muss die Sache mit der Baumscheibe einfach ausprobieren. Wenn du Glück hast, sicherst du dir ein schönes Stück Erde in der Stadt, auf der du dich gärtnerisch austoben kannst. Gleichzeitig verschönerst du damit auch noch die Nachbarschaft.

Ich kann dir eine Baumscheiben-Patenschaft trotz meiner schlechten Erfahrungen auf jeden Fall empfehlen. Und zum Gemüseanbau am Balkon und auf der Fensterbank ist eine Baumscheibe in der Stadt eine prima Ergänzung. Am besten, du beginnst sogleich mit der Planung!

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