Wildpflanzen für die urbane Selbstversorgung – dein Essen wächst überall!

Wer sich mit wild wachsenden Nahrungsmitteln selbst versorgen möchte, findet in manchen Städten – wie beispielsweise in Wien – die besten Voraussetzungen dafür. Meine Heimatstadt ist nicht nur von viel Grün umgeben, sondern bietet auch quer durch alle Bezirke zahlreiche Obstbäume, Nussbäume und Beerensträucher. Oft sind sie Überbleibsel aus einer Zeit, in der die Stadt noch nicht so stark bebaut war und die Menschen in ihren Vorgärten Obst und Gemüse anbauten.

Wo Obst und Gemüse wild wächst

Entlang von Bahnstrecken findest du sehr häufig viele verschiedene Obstbäume, wie Äpfel, Birnen, Marillen und Kirschen. Vielleicht weil die Menschen früher gerne ihre Essensreste, also die Kerne, aus dem Zugfenster warfen. Darüber hinaus gibt es in vielen Wiener Parkanlagen Maulbeerbäume und Haselnusssträucher. Wer also Essen in der Stadt kostenlos ernten möchte, muss einfach nur mit offenen Augen spazieren gehen und im besten Fall immer ein Sackerl mit dabei haben. Beeren, wie Walderdbeeren, Felsenbirnen und Brombeeren findet man eher am Stadtrand.

Wildpflanzen im Internet finden

Wer genau herausfinden möchte, wo was wächst, kann die Online-Plattform mundraub.org nutzen. Auf der Plattform gibt es viele Informationen zum Thema Essen sammeln und zudem eine Karte mit Standortsuche, auf der es bereits zahlreiche Einträge über Fundorte gibt. Man kann die Suche nach Art der Nahrung eingrenzen und gezielt nach Obstbäumen, Obststräucher, Kräutern und Nüssen suchen. Falls du deine Fundorte mit der Community teilen möchtest, kannst du auch eigene Einträge machen.

Selbstversorgung mit Wildpflanzen funktioniert!

Ich habe übrigens meine empirische Bachelorarbeit zu diesem Thema verfasst. Darin gehe ich auf das gesellschaftliche Phänomen des „Wilden Obstsammelns“ sowie auf individuelle Erfahrungen auf diesem Gebiet ein. Im Zuge dieser Studienarbeit lernte ich jemanden kennen, der damals versuchte, soviel Nahrung wie möglich über das Sammeln zu erwirtschaften und zugleich so wenig wie möglich Geld für Einkäufe auszugeben. Er nannte mir damals zahlreiche Plätze in der Stadt, wo die verschiedensten Wildpflanzen wachsen. Man muss nur zur Erntezeit an der richtigen Stelle sein, um sich mit Essbarem zu versorgen. Und man muss natürlich auf Regionales & Saisonales setzen und auf Importiertes verzichten.

Frisches Grün von Wald und Wiesen

Neben Obst, Beeren und Nüssen kannst du in der städtischen Natur auch Wildkräuter sammeln. Für das Sammeln von Wildkräutern wird allerdings ein gewisses Wissen vorausgesetzt, da nicht alles, was wächst, ungiftig ist. Es lohnt sich allerdings, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und mehr über essbare Wildkräuter zu erfahren.

Sich auf dem Gebiet von essbaren Wildpflanzen schlaumachen

In meinem Buch Wildkräuter für Grünlinge [Werbung in eigener Sache] finden Neulinge auf diesem Gebiet einen leichten Einstieg ins Sammeln von essbaren Wildpflanzen. Darin wird jeden Monat eine neue Pflanze vorgestellt, die jeder leicht erkennt. Dazu gibt es Zubereitungsvorschläge und Rezepte, sodass du nach der Sammeltour die Sammelbeute auch gleich verarbeiten kannst. 

Aber auch Fortgeschrittene und Erfahrene lernen nie aus. Das Pflanzenreich ist so vielfältig, dass man unmöglich alles auf einmal lernen kann. Meiner Meinung nach beginnt man damit am besten langsam, besorgt sich ein gutes Bestimmungsbuch, besucht eine Wildkräuter-Führung und versucht jedes Jahr ein paar neue Pflanzen kennenzulernen.

Meine Klassiker in Sachen Wildpflanzen und Wildkräuter

Tipp: Um sich die verschiedenen Pflanzen besser einzuprägen, empfehle ich dir, nicht zu sehr auf die botanischen Namen zu achten, sondern stattdessen die Hintergrundinformationen durchzulesen. Vielleicht gibt es eine alte Geschichte zur Pflanze oder eine Anekdote, die dir dabei hilft, die Bestimmungsmerkmale und Eigenschaften einzuprägen.

[Werbung in eigener Sache] Falls du dich auch für andere Möglichkeiten der urbanen Selbstversorgung interessierst, dann wirf doch einen Blick in mein Buch „Selbstversorgung für Stadtbewohner“!