Im März gibt es Bärlauch

Bärlauch bedeutet für mich Frühlingsbeginn! Denn sobald die Tage wärmer werden, beginnt das essbare Wildkraut durch das Laub des Vorjahres emporzuschießen. Die Blätter und Wurzeln sind essbar. Bärlauch kommt geschmacklich Spinat sehr nahe, ist jedoch viel intensiver.

Nicht mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlose verwechseln

Bärlauch wird heutzutage im Supermarkt für verhältnismäßig viel Geld verkauft. Wahrscheinlich deshalb, weil viele Menschen Angst davor haben, Maiglöckchenblätter oder Herbstzeitlose anstatt Bärlauch zu erwischen.  Herbstzeitlose wächst jedoch auf Wiesen und Maiglöckchen eher am Wegesrand. Außerdem ist der Bärlauch gestielt. Die Blätter der beiden giftigen Pflanzen hingegen rollen sich am Ansatz ineinander ein. Wer also Bärlauch sammelt und die Kinder mitsammeln lässt, verwendet am Ende am besten nur jene Blätter, die noch einen Stiel haben. Dann kann nichts schiefgehen. Übrigens, auf den Geruch alleine würde ich mich nicht verlassen. Denn riechen einmal die Finger nach Bärlauch, riecht auch jedes Blatt, dass man pflückt, automatisch danach.

Bärlauch in lichten Wäldern sammeln

Ich sammle Bärlauch immer bei uns im Wienerwald, an meiner Lieblingslichtung, wo er sehr üppig auftritt. Die ganz jungen Blätter sind mir dabei am liebsten, da er dann noch nicht so scharf schmeckt. Bärlauch sollte unbedingt vor der Blüte gesammelt werden, weil die Pflanze sonst die ganze Kraft für die Bildung der Blüten nutzt. Das macht sich im Geschmack bemerkbar. Übrigens, falls man unabsichtlich die Wurzel mit ausreißt, kann man sie als Knoblauchknolle im Bärlauchgericht gleich mit verarbeiten. Sie schmeckt köstlich!

Den gesunden Nährstofflieferanten sammle ich auf Vorrat

Gut zu wissen ist, dass Bärlauch ein guter Vitamin-C-Lieferant ist und Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium und Eisen enthält. Ich sammle immer ausreichend viele Blätter davon, um mir zu Hause einen guten Vorrat anzulegen. Daheim wasche ich den Bärlauch, entferne unschöne Blätter und kontrolliere – falls ich sie nicht selbst gesammelt habe – ob alle Blätter einen Stiel haben.

Danach trockne ich den Bärlauch vorsichtig mit einer Küchenrolle ab und friere einen Teil davon (unblanchiert) in 100 bis 200 Gramm-Portionen ein. Aus einem Teil mache ich nach dem Sammeln meistens gleich eine köstliche Bärlauch-Cremesuppe. Dafür benötigst du:

  • 300 Gramm Bärlauch
  • 1 Zwiebel
  • 3 EL Butter
  • 1 Liter Gemüsebrühe
  • 200 Milliliter Schlagobers
  • Salz, Pfeffer, geriebene Muskatnuss
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • 4 Scheiben Toastbrot

Schwitze zuerst die geschälte und geschnittene Zwiebel in etwas Butter an. Füge Bärlauch hinzu und koche ihn mit der Suppe ein paar Minuten lang auf. Tiefgekühlten Bärlauch solltest du etwa zehn Minuten lang kochen. Püriere die Suppe und füge Schlagobers, Gewürze und Zitronensaft hinzu. Würfle den Toast und röste ihn in Butter goldbraun und knusprig an. Serviere ihn zur Suppe.

Einen weiteren Teil verarbeite ich zu Bärlauch-Pesto. Dafür benötigst du:

  • 200 Gramm Bärlauch
  • 100 Gramm Pinienkerne (oder Walnüsse – sind genauso gut und wachsen im Garten)
  • 200 Gramm Olivenöl (ein gutes Öl in Bio-Qualität – macht wirklich einen geschmacklichen Unterschied)
  • 100 Gramm geriebenen Parmesan

Wasche zuerst den Bärlauch und schneide in grob zu. Füge dann Nüsse und Öl hinzu und püriere das ganze gut. Gib anschließend den Parmesan hinzu und fülle das Pesto in sterilisierte Schraubgläser. Als oberste Schicht solltest du etwas Olivenöl geben. Verschraube die Gläser und bewahre das Pesto im Kühlschrank auf. Unser Vorrat reicht meist bis in den Sommer hinein.

Wirklich köstlich sind Bärlauch-Nockerl. Du kannst sie gut aus tiefgekühltem Bärlauch zubereiten. Du benötigst dafür:

  • 200 Gramm Bärlauch
  • 1 Ei
  • 250 Milliliter Milch
  • 250 Gramm Mehl
  • 2 EL Butter
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss
  • 1 Schuss Öl

Gib Mehl, Milch, das Ei und die Gewürze in eine hohe Schüssel und verrühre die Zutaten gut. Gib den geschnittenen Bärlauch hinzu und püriere alle Zutaten zu einer gleichmäßigen Masse. Lass den Teig ein wenig ruhen und steche löffelweise Nockerl aus. Gib sie gleich in siedendes Wasser, in das du vorher einen Schuss Öl getan hast. Lass sie im siedenden Wasser, bis sie aufsteigen und oben schwimmen. Schöpfe die Nockerl ab und lasse sie gut abtropfen.

Die Bärlauch-Nockerl lassen sich entweder als Käse-Bärlauch-Nockerl mit Butter und geriebenen Parmesan anrichten oder als klassische Bärlauch-Eiernockerl servieren. Für die Eiernockerl einfach noch eine geschnittene Zwiebel mit etwas Öl in einer Pfanne anschwitzen, die Nockerl dazu geben und anschließend noch zwei Eier daruntermischen und braten, bis die Eier ihre klebrige Konsistenz verloren haben. Dazu passt grüner Salat ideal.

Wenn du schon beim Bärlauch sammeln bist, kannst du für den Salat auch gleich Löwenzahnblätter, Spitzwegerichblätter und Gänseblümchen sammeln.

[Werbung in eigener Sache] Mehr über das Sammeln und Verarbeiten von essbaren Wildpflanzen kannst du in meinem Buch „Wildkräuter für Grünlinge: Jeden Monat eine essbare Wildpflanze kennenlernen – inklusive Rezepte“ nachlesen.