Das verführerisch duftende Veilchen sammeln und zubereiten

Unter den Wildkräutern, die du jetzt finden kannst, ist das Veilchen wie das Gänseblümchen und die Gundelrebe einer der schönsten Frühjahrsboten. Es wächst unter halbschattigen Büschen und am Rande von Wäldern und ist leicht an den violetten Blüten zu erkennen. Die Blüten, Blätter und Triebe sind essbar und haben heilsame Kräfte. Ideen für die Zubereitung findest du hier!

Duftveilchen erkennen und sammeln

Das März-Veilchen wächst auf nährstoffreichen Böden sowie auf bis zu tausend Höhenmeter, am liebsten auf schattigen Wiesen, an Waldrändern und unter Sträuchern. Du erkennst es an den folgenden Merkmalen:

  • Wuchshöhe: 5 bis 15 cm
  • Blütezeit: März und April
  • Blüten: duften stark süßlich
  • Blütenblätter: dunkelviolett
  • Blätter: rundlich bis herz- oder nierenförmig, dunkelgrün
  • Blattstiel: behaart

Falls du keine Duftveilchen in deiner Nähe findest, kannst du sie mit Samen selber anbauen. Sie wachsen nicht nur gut im eigenen Garten, sondern auch an einem halbschattigen Platz auf dem Balkon.

Das Veilchen als Heilpflanze

Dem Veilchen wird eine heilsame Wirkung nachgesagt. Die frisch oder getrockneten Blätter als Tee aufgebrüht werden oft gegen Bronchitis und Husten angewendet. Außerdem soll der Veilchentee bei Kopfschmerzen helfen. Äußerlich kannst du den Sud aus Veilchen als Veilchen-Kompresse anwenden, beispielsweise gegen Akne oder andere Hautentzündungen.

Aus den Blüten kannst du ähnlich wie aus Spitzwegerichblättern einen Hustensirup herstellen. Dafür benötigst du:

  • Eine Handvoll Veilchenblüten
  • 250 Milliliter Wasser
  • 250 Gramm Zucker

Für die Zubereitung gibst du die Veilchenblüten mit dem Zucker und dem Wasser in einen Topf und lässt das ganze einen Tag lang kalt ziehen. Siebe anschließend das ganze ab und koche den Sud solange auf, bis aus der Flüssigkeit ein zäher Sirup entstanden ist. Fülle anschließend den noch heißen Sirup in eine sterilisierte Flasche und schraube den Deckel darauf. Im Kühlschrank ist der Veilchen-Sirup etwa drei Monate lang haltbar.

Veilchen verspeisen

Veilchenblüten kannst du entweder roh naschen oder als Dekoration auf deine Gerichte streuen. Eine einzigartige Köstlichkeit sind kandierte Veilchen, die du ganz leicht selber kreieren kannst. Außerdem eignen sich Veilchenblüten für die Herstellung von Sirup und Gelee. Verspeise jedoch niemals zu viele Veilchen auf einmal. Denn der Magen mancher Menschen reagiert empfindlich darauf. Insbesondere Schwangere sollten Veilchen nur in Mini-Portionen verzehren.

Für die Zubereitung von kandierten Veilchen bestreiche einfach frisch gesammelte Veilchenblüten mit steif geschlagenem Eiweiß und streue dünn Staubzucker darüber. Lass die Veilchen dann zwei Tage lang luftig ausgebreitet trocknen.

[Werbung in eigener Sache] Mehr über das Sammeln und Verarbeiten von essbaren Wildpflanzen kannst du in meinem Buch „Wildkräuter für Grünlinge: Jeden Monat eine essbare Wildpflanze kennenlernen – inklusive Rezepte“ nachlesen.