Ostara, die Frühjahrstagundnachtgleiche oder einfach nur den Frühlingsbeginn feiern

In vergangenen Zeiten war das Leben im Einklang mit der Natur und ihren Zyklen lebensnotwendig. Denn wer den Zeitpunkt von Aussaat und Ernte verpasste, war von lebensbedrohlichen Nöten betroffen. Aus diesem Grund wurde dem Jahreszeitenwechsel und anderen wichtigen Fixpunkten im Jahreskreis alljährlich gebührend Beachtung geschenkt. Einer davon war der Frühlingsbeginn, an dem einst die Göttin Ostara verehrt wurde.

Ab Ostara werden die Tage wieder länger als die Nächte

Am kommenden Samstag, dem 20. März, findet die März-Tagundnachtgleiche statt. Das Frühlingsäquinoktium markiert den Zeitpunkt, an dem Tag und Nacht etwa gleich lang sind. Danach werden die Tage wieder länger, als die Nächte. Dieser langsame Wechsel des Sonnenstandes sorgt dafür, dass es mehr Sonnenlicht auf unserem Teil der Erde gibt und es zunehmend wärmer wird. Gut für die Samen und Pflanzen, die ich gerade auf der Fensterbank vorziehe und auf dem Balkon anbaue!

Die Feste des Jahreskreises im Rhythmus der Natur

Gefolgt wird die Frühlingstagundnachtgleiche von der Sommersonnenwende – an welcher der Tag am längsten und die Nacht am kürzesten ist – der Herbsttagundnachtgleiche – an der Tag und Nacht wieder gleich lang sind – und der Wintersonnenwende – die den kürzesten Tag und die längste Nacht im Jahr markiert. Diese vier Sonnenfeste waren früher wichtige Fixpunkte im Jahr, an denen der Wandel der Zeit mit ihren glücksbringenden Eigenschaften gefeiert wurde. Sie stehen eng in Zusammenhang mit alten Bräuchen, Riten und Geschichten. Weitere Jahreskreisfeste im Jahr waren die sogenannten Mondfeste:

Von der Göttin Ostara zum Osterhasen

Viele dieser Traditionen wurden im Zuge der Christianisierung übernommen und umbenannt, wie beispielsweise Ostara, der Name für das Fest der Frühlingstagundnachtgleiche. Die Fruchtbarkeitsgöttin Ostara wurde zum Frühlingsbeginn besonders geehrt, da man sich das Wachstum und den damit verbundenen Reichtum nach der kalten Jahreszeit herbei ersehnte. Man fertigte Kränze aus Reisig und den ersten blühenden Blumen an und hieß die Naturgeister willkommen. Das Symbol der Göttin war übrigens der Hase. So kam es, dass aus dem Namen und der Verehrung einer Göttin der Glaube an einen Eier-(als Symbol für die Fruchtbarkeit)bringenden Hasen wurde.

Wie du heute Ostara oder einfach den Einzug in den Frühling feiern kannst

Vielleicht hast du schon die Palmzweige aufgestellt und mit Ostereiern geschmückt. Vielleicht möchtest du lieber Kränze aus Reisig und frischen Blumen flechten und an die Tür hängen. Oder du färbst die Fruchtbarkeits-bringenden Eier rot und grün und verschenkst sie an liebe Menschen, als Symbol für die Wiedergeburt des neuen Frühjahrs!

Ich beginne an Ostara damit, die letzten Samen in die Erde zu stecken und das erste Gemüse am Balkon zu ziehen. Vielleicht sammle ich noch ein paar blühende Kräuter und verschönere damit mein Heim. Es gibt übrigens eine Erdbeersorte, die Ostara heißt. Vielleicht besorge ich mir diese Erdbeeren sogar und pflanze sie zu Ehren der Göttin ein.

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