Der Löwenzahn blüht – essbare Wildpflanze vom Feinsten

Der April ist einer meiner Lieblingsmonate, wenn es um das Sammeln von essbaren Wildpflanzen geht. Denn jetzt blüht der Löwenzahn!

Löwenzahn zum Essen sammeln

Eigentlich darf kein Jahr vergehen, ohne, dass ich mir einen ordentlichen Vorrat an Löwenzahn-Honig zulege. Vom Löwenzahn kann man die Blätter in den Salat tun, aus den Wurzeln Gemüselaibchen zubereiten und noch vieles mehr. Aber für mich sind die gelben Blüten am wertvollsten.

Löwenzahn in der Stadt finden

Der Löwenzahn wächst praktisch auf jeder Wiese, wenn sie nicht vor der Blühte gemäht wird. In der Stadt sieht man ihn fast überall, wie auf Wiesenstreifen entlang des Gehsteiges und in Parkanlagen. Dort wo jedoch zu viele Autos unterwegs sind, ist mir die Schadstoffbelastung zu hoch. Ich gehe dann lieber etwas raus aus der Stadt, oder zumindest an den Stadtrand, um die Blüten zu sammeln.

Mir ist übrigens aufgefallen, dass der Löwenzahn abseits von Straßen immer seltener wird. Zudem habe ich gelesen, dass diese Pflanze langsam als gefährdet gilt. Wahrscheinlich, weil viele Wiesen im Frühjahr gemäht werden und der Löwenzahn keine Chance mehr hat zu blühen und sich zu vermehren. Ich habe mir schon überlegt, den Löwenzahn am Balkon anzubauen, damit ich von diesem wertvollen Pflänzchen immer eine Handvoll parat habe.

Erkennungsmerkmale vom Löwenzahn

Der Löwenzahn ist eigentlich unverkennbar und auch als sogenannte Pusteblume bekannt. Die Pflanze wird bis zu 30 cm hoch, besitzt eine gelbe, korbförmige Blüte und gezackte, grüne Blätter. Schon als Kind habe ich es geliebt, den verblühten, ballförmigen Löwenzahn anzupusten, um den Samen beim Fliegen zuzusehen.

Löwenzahn enthält viele Bitterstoffe sowie Kalium. Die Wurzel ist ein toller Eiweiß-Lieferant und besitzt viel Vitamin C, Phosphor, Kalium und Magnesium.

Aus den Blüten köstlichen Honig oder Sirup herstellen

Warum ich den Löwenzahn liebe, ist wegen der Blüte, die ich zu Marmelade verarbeite. Aufgrund des bernsteinfarbenen Gelees wird das Produkt gerne auch Löwenzahn-Honig genannt. Hier ein Rezept dazu:

  • 2-3 große Hände voll Löwenzahn-Blüten
  • 1 Liter Wasser
  • 1 kg Gelierzucker 1:1

Für die Zubereitung schneide zuerst von den ungewaschenen Blüten den grünen Strunk mit einer Schwere ab. Denn dieser schmeckt bitter. Lass anschließend die Blüten im Wasser eine Stunde lang leicht köcheln. Siebe den Sud durch ein Küchentuch ab und bereite die Flüssigkeit mit Gelierzucker laut Anleitung wie Marmelade zu. Mache die Gelierprobe und fülle den Löwenzahn-Honig in zuvor sterilisierte Schraubgläser. Schraube sie zu und lass sie umgedreht gut auskühlen.

Wer lieber einen Löwenzahn-Sirup zubereiten möchte, nimmt statt Gelierzucker normalen Zucker plus den Saft einer halben Zitrone (oder Zitronensäure). Die Flüssigkeit musst du dann zusammen mit dem Zucker und der Zitronensäure eine halbe Stunde lang leicht köcheln lassen und in sterilisierte Flaschen füllen.

Kinder lieben den süßen Geschmack des Sirups, der mit Wasser verdünnt getrunken werden kann. Vom Löwenzahn-Honig hebe ich mir jedes Jahr ein Glas für Weihnachten auf. Es ist unglaublich, wie viel Sonnenkraft in so einem Löwenzahn-Honig steckt, wenn man ihn auf dem Butterbrot verspeist. Einfach herrlich!

Welche essbaren Wildpflanzen du noch sammeln kannst!

Zeitgleich kannst du bei deiner Löwenzahn-Sammeltour auch gleich nach anderen Wildpflanzen, wie Gänseblümchen, Bärlauch, Brennnesseln und Spitzwegerich, Ausschau halten.

[Werbung in eigener Sache] Mehr über das Sammeln und Verarbeiten von essbaren Wildpflanzen findest du in meinem Buch „Wildkräuter für Grünlinge: Jeden Monat eine essbare Wildpflanze kennenlernen – inklusive Rezepte“.