Gewöhnliche Vogelmiere – Unkraut und Wildpflanze zugleich

Aktuell sehe ich gerade viel Vogelmiere in den urbanen Vorgärten bei uns an der Straße. Das Wildkraut breitet sich breitflächig aus und ist nicht selten als Unkraut im Gemüsebeet zu finden. Wenn du keines hast, dann sammle die Vogelmiere doch einfach wild. Sie schmeckt nicht nur wunderbar, sondern ist auch noch eine nützliche Heilpflanze.

Wo das Wildkraut wächst

Vogelmiere wächst eigentlich das ganze Jahr hindurch. Aber gerade jetzt, wo viele andere essbare Wildpflanzen, wie der Löwenzahn, der Ackerschachtelhalm und das Behaarte Schaumkraut wachsen, fällt das zart-grüne Kraut mit seinen weißen Blüten besonders auf. Zu finden ist es auf stickstoffhaltigen Böden, wo es sich gerne teppichartig ausbreitet.

Erkennungsmerkmale der Gewöhnlichen Vogelmiere

Die Vogelmiere wird bis zu 40 Zentimeter hoch und hat weiche, runde und dünne Stängel. An den Stängeln befinden sich sogenannte Haarlinien, welche das Kraut von seinem giftigen Doppelgänger, dem Acker-Gauchheil, unterscheidet. Die Blätter werden bis zu drei Zentimeter groß. Sie sind spitz und oval. Die Blüten hingegen sind nur wenige Millimeter groß und zeigen sich ganz in Weiß.

Die Vogelmiere für den Feinspitz

Da das Kraut recht üppig wächst, kannst du prima als Grundlage für Salate verwenden. Es beinhaltet viel mehr Nährstoffe als normaler Kopfsalat. So bekommst du mit einem Salat aus Vogelmiere gleich zweimal so viel Kalzium, dreimal so viel Magnesium und Kalium sowie siebenmal mehr Eisen, als von normalem Salat vom Feld. Der Vogelmiere-Salat ist außerdem sehr mild im Geschmack, weshalb ihn Kinder einfach lieben!

Du kannst aus Vogelmiere auch köstliche Aufstriche mit Topfen, Frischkäse oder Butter zubereiten oder das frische Kraut in den grünen Smoothie werfen. Oder du kochst das Wildkraut wie Spinat. Als zusätzliche Beilage passt es prima zu Reis, Kartoffeln und Nudeln.

Eine Heilpflanze mit langer Tradition

Schon Pfarrer Kneipp wusste von der heilsamen Wirkung der Gewöhnlichen Vogelmiere und empfahl die Wildpflanze gegen Husten, Atemwegserkrankungen und Hämorrhoiden. Außerdem soll es blutbildend wirken sowie den Cholesterinspiegel senken. Die Inhaltsstoffe der Vogelmiere sind zudem wegen ihrer blutreinigenden und verdauungsfördernden Wirkung bekannt. Das Kraut kommt darüber hinaus zur Behandlung der Haut zum Einsatz, beispielsweise bei Juckreiz, Wunden und Verbrennungen sowie gegen Ekzeme und Schuppenflechte. Eine durchaus nützliches Heilkraut also!

Die essbare Wildpflanze selber anbauen

Vogelmiere findest du zwar ganz leicht in der freien Natur. Du kannst das bodendeckende Heilkraut aber auch ganz leicht auf dem Balkon oder im Garten anbauen. Streue einfach ein paar Samen aus. Diese überaus keimfreudige Pflanze wächst leicht und ganzjährig. Die Samen, welche das Kraut zahlreich bildet, bleiben bis zu 60 Jahre lang keimfähig.

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