Mondfest mit Supermond – ab Beltane ist der Sommer nicht mehr weit

Morgen, am 5. Vollmond nach Yule, ist Walpurgisnacht, im keltischen Jahreskreis auch Beltane genannt. An diesem Tag wurde früher der Beginn des Sommers gefeiert. Heutzutage werden Maibäume aufgestellt und eine Blumenkönigin auserwählt. Ob Hexensabbat oder der Tanz um den Maibaum, ob am 5. Vollmond oder in der Nacht vor dem 1. Mai, um Beltane ranken sich viele Mythen und Rituale. Außerdem gibt es zu dieser Zeit einige Wildpflanzen zu entdecken.

Beltane – uralte Tradition

Bei Beltane handelt es sich um ein Feuerfest, das einst vor allem für die ländliche Bevölkerung eine wichtige Bedeutung hatte. Kurz vor dem Fest wurden Äcker und Gärten von alten Überbleibseln aus dem Vorjahr befreit und im Rahmen eines großen Feuers verbrannt. Dieses Feuer reinigte die Erde und das Vieh, das man daran vorbeitrieb.

Beltane markierte den Übergang zwischen Winter und Sommer, an dem die Reste der kalten Jahreszeit dem Feuer übergeben wurden, um Platz für Neues zu schaffen. Man ehrte dabei die Fruchtbarkeitsgöttin, damit auch die letzten Samen, die gestreut wurden, aufgingen. Meistens tanzten die Menschen abends um das Feuer herum, um dieses Fest ausgelassen und voller Freude zu zelebrieren. Vielleicht kommt daher der Mythos vom Hexentanz um das Feuer, in der sogenannten Walpurgisnacht. Vielleicht aber gab es sie wirklich, die wilden Besenreiterinnen auf dem Brocken im Harz.

Das Maifest heute

Was von dem uralten Fest übrig blieb, ist der Besenstiel, der als Maibaum in die Erde gerammt wird, um darum zu tanzen. In vielen ländlichen Regionen ist es heute noch Brauch, ein Maifeuer zu veranstalten. Was früher die Fruchtbarkeitsgöttin war, ist heute die mit Blumen geschmückte Maikönigin.

Zeit zum Wildpflanzen sammeln

Falls du zum Vollmond an Beltane Wildkräuter sammeln möchtest, dann konzentriere dich vor allem auf die oberirdischen Triebe. Denn der Vollmond lässt die Pflanzensäfte nach oben steigen, sodass Heil- und Wirkstoffe noch intensiver in diesen Pflanzenteilen vorhanden sind.

Aus den Giftpflanzen Tollkirsche, Schierling und Nachtschatten stellte man früher die berühmte Hexensalbe her. Verwertbar sind heute jedoch eher ungiftige Pflanzen wie Löwenzahn, Gundermann und Waldmeister. Löwenzahn und Gundermann sind essbar. Die Gundelrebe galt bei den alten Germanen außerdem als wichtige Heil- und Zauberpflanze. Und wer kennt sie nicht, die berühmte Waldmeisterbowle, ohne der kein Mai vergehen darf?

Morgen Früh ist der Supermond zu sehen!

Falls du morgen gegen halb sechs Uhr morgens bereits unterwegs bist, halte Ausschau nach dem Vollmond. Denn morgen kannst du einen „Pink Moon“ bestaunen, der zwar nicht wirklich rosa ist, jedoch größer und heller erstrahlt, da er der Erde etwas näher ist als sonst. Und wenn der Tag schon mit einem so schönen Anblick beginnt, dann genieße ihn einfach in vollen Zügen und zelebriere ihn vielleicht mit einer selbst gemachten Waldmeisterbowle. Ich wünsche dir viel Vergnügen dabei!

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