Heute ist Johanniskraut-Nacht!

Heute, am 24. Juni, ist nicht nur der Geburtstag einer lieben Freundin, sondern auch der Johannistag. An diesem Tag wird traditionellerweise Johanniskraut gesammelt. Denn angeblich ist der Hypericin-Gehalt im Johanniskraut jetzt am höchsten.

Das Johanniskraut erkennen

Eigentlich nenne ich die botanischen Bezeichnungen von Pflanzen nicht so gerne, da sie mir persönlich nur wenig beim Bestimmen helfen. Beim Johanniskraut ist das anders. Denn der botanische Name „Hypericum perforatum“ stellt eine gute Merkhilfe zum Bestimmen der Heilpflanze dar. Hypericum perforatum steht für den blutroten Inhaltsstoff Hypericin sowie die Beschaffenheit der perforierten, also gelöcherten Blütenblätter. Daran kannst du das Echte Johanniskraut sehr gut von ähnlichen Pflanzen unterscheiden. Denn die kleinen Löcher an den gelben Blütenblättern erkennst du gut mit freiem Auge. Wenn du diese zwischen den Fingern zerreibst, färben sie sich zudem rot. Der Stängel des Johanniskrauts ist zweikantig, was ebenfalls ein gutes Erkennungsmerkmal ist. Zu finden ist es in sonniger Lage, meist auf trockenen Böden. Hier in Wien finde ich Johanniskraut eher am Stadtrand, oftmals in höheren Lagen.

Das Johanniskraut als Heilpflanze nutzen

Als Heilpflanze wird Johanniskraut gegen Depressionen eingesetzt. Die getrockneten Blütenblätter lassen sich prima zu Johanniskraut-Tee zubereiten, der besonders in der beginnenden dunklen Jahreszeit stimmungsaufhellend wirken soll. Ich verwende Johanniskraut aber lieber in Form eines Öls, insbesondere bei wunder Haut. Im Wochenbett und der Stillzeit darf dieses Frauenkraut keinesfalls fehlen, da man es auf die wunden Brustwarzen streichen kann und diese wunderbar lindert. Es kann bedenkenlos vom Baby beim Trinken aufgenommen werden und hilft einfach phänomenal gut. Zudem nutze ich das Johanniskraut gegen Wundsein im Windelbereich. Das Öl kann man, wenn man der glückliche Finder von Johanniskraut ist, ganz leicht selber herstellen. 

Hier das Johanniskraut-Öl-Rezept:

Sammle eine Handvoll aufgeblühte Johanniskrautblüten. Nehme 250 Milliliter hochwertiges, neutrales Öl. Zerreibe die Blüten in einem Mörser und fülle anschließend die zerstoßenen Blüten in ein sterilisiertes Schraubglas. Gib das Öl dazu und verschließe das Glas. Stelle es für sechs Wochen an einen sonnigen Ort. Das Öl nimmt mit der Zeit eine satte rote Farbe an. Seihe das Öl ab und fülle es in kleine Flaschen um.

Ein Kraut gegen böse Geister

Das Johanniskraut hat seine Hauptblütezeit zu Litha, der Sommersonnenwende. Benannt wurde es nach Johannes dem Täufer. Denn einer Legende nach bildete sich die Pflanze aus seinem Blut. Im Mittelalter wurde es gegen Blitzschlag und böse Geister gesammelt, und zwar genau in der Nacht des 24. Juni. Es ist also noch nicht zu spät zum Sammeln der Mythen umwobenen Pflanze! Und falls du schon unterwegs bist, kannst du auch gleich Gänseblümchen, Ringelblumen und Schafgarbe sammeln.

[Werbung in eigener Sache] Mehr über das Sammeln und Verarbeiten von essbaren Wildpflanzen kannst du in meinem E-Book „Wildkräuter für Grünlinge:“ nachlesen. Und über meine Erfahrungen, die ich während meiner drei Schwangerschaften und Geburten sammeln konnte, berichte ich in meinem E-Book „Schwangerschaft und Hausgeburt mit Hebamme – angstfrei und selbstbestimmt gebären“.