Lughnasadh – den Beginn der Ernte feiern

Wenn man die Jahreskreisfeste nach dem Stand der Sonne und des Mondes zelebriert, ist heute Lughnasadh, das Schnitterfest. Es zeigt den Beginn der Erntezeit an und passt sehr gut mit meinen Erfahrungen auf der Selbsternteparzelle zusammen. Unlängst habe ich einiges geerntet!

Reifes Gemüse verkochen und verarbeiten

Fisolen (Grüne Bohnen), Karotten, Mangold, Tomaten, ein paar Jungzwiebeln und Rote Rüben stehen bei mir bereits auf dem Speiseplan. Der Ernteertrag ist so groß, dass ich nur noch wenige Zutaten für meine Gerichte kaufen muss. Aus der riesigen Menge an Fisolen habe ich unlängst ein wirklich köstliches Gemüsegulasch zubereitet. Die Karotten wurden zu Suppe verarbeitet und eingefroren. Aus dem Mangold bereite ich immer gerne eine Pasta zu und die Roten Rüben wurden bereits als Salat für den Winter eingemacht. Hier ein paar Rezepte dazu:

Fisolen-Gulasch:

  • 1 Kilogramm Fisolen
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Esslöffel Butter
  • 2 Esslöffel Paprikapulver
  • 2 rote Paprika
  • 1-2 Tomaten
  • Petersilie
  • 100 Gramm Speck
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Esslöffel Mehl
  • 500 Milliliter Gemüsesuppe
  • 1 Schuss Schlagobers (Sahne)
  • Salz und Pfeffer

Blanchiere zuerst die gewaschenen, geschnittenen und geputzten Fisolen. Würfle die restlichen Zutaten und röste in einen großen Topf die Zwiebeln, den Speck, die Petersilie und den Knoblauch in Butter an. Füge Tomaten, Paprika und das Paprikapulver hinzu. Danach kommt noch das Mehl dazu. Rühre das ganze kurz durch und lösche es mit der Gemüsebrühe ab. Gib die Fisolen dazu und lass alles weich köcheln. Zum Schluss noch mit Schlagobers, Salz und Pfeffer abschmecken. Dazu passt Baguette oder Knoblauchbrot.

Karottensuppe:

  • 10 Karotten
  • 1,5 Liter Gemüsesuppe
  • 5 Esslöffel Crème fraîche oder 100 Milliliter Schlagobers

Wasche, putze und schneide die Karotten und lasse sie in der Gemüsebrühe eine halbe Stunde lang kochen. Rühre anschließend Crème fraîche oder das Schlagobers dazu und püriere die Suppe fein. Ich esse gerne gewürfelte, mit Knoblauch in Butter angeröstete Toaststücke dazu. Die Suppe lässt sich prima in Schraubgläsern einfrieren.

Rote Rüben-Salat:

  • 8 Rote Rüben
  • 800 Milliliter Wasser
  • 200 Milliliter Essig
  • 175 Gramm Zucker
  • 2 Knoblauchzehen
  • 4 gestrichene Teelöffel Salz
  • viel Pfeffer
  • 5 Einmachgläser

Lass die Roten Rüben zuerst zehn Minuten lang kochen. Schäle sie anschließend und schneide sie in feine Schnitten. Bereite in einem großen Topf einen Sud aus den restlichen Zutaten zu und lass ihn fünf Minuten lang kochen. Füge anschließend die Roten Rüben dazu und lass alles zusammen nochmal fünf Minuten lang köcheln. Fülle den Salat in die zuvor sterilisierten Schraubgläser, verschließe sie gut und stelle sie auf den Kopf. Der Salat hält monatelang, wenn du ihn nicht vorher aufisst.

Rote Rüben-Risotto mit Schafkäse:

  • 250 Gramm Rote Rüben
  • 500 Milliliter Gemüsesuppe
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Butter
  • 160 Gramm Risottoreis
  • 60 Milliliter Weißwein
  • 2 Esslöffel Basilikum
  • 100 Gramm Feta
  • Salz und Pfeffer

Starte mit der Zwiebel und dem Knoblauch, welche du in Butter anröstest. Gib den Reis dazu und lösche ihn mit dem Weißwein und der Gemüsebrühe ab. Füge die geschälten und gewürfelten Rote Rüben hinzu und lass alles etwa 20 Minuten lang köcheln. Richte das Risotto mit Feta und Basilikum an. Das Rote Rüben-Risotte nicht nur was für den Gaumen, sondern auch für das Auge!

Probleme auf dem Feld und was noch kommt

Leider haben mir die Kartoffelkäfer, die dieses Jahr unbehandelt auf dem Acker ihr Unwesen treiben konnten, sämtliche Kartoffelpflanzen ratzeputz kahl gefressen. Ich habe etwa zwei Kilogramm Mini-Kartoffeln geerntet und neue Knollen gesetzt. Diese werden jedoch bereits erneut von den Käfern verzehrt. Ich schätze, Kartoffeln werde ich heuer keine mehr haben.

Anfang Juli habe ich neben Kartoffeln auch noch Zucchini und Gurken ausgesät. Die Gurken haben sich als Zucchini entpuppt, somit habe ich aktuell sehr viele Zucchinipflanzen auf dem Feld. Mal sehen, ob sie noch rechtzeitig etwas werden. Auf Gurken muss ich dieses Jahr jedenfalls verzichten.

Dafür hat sich bereits eine Wassermelone entwickelt. Auch die Kürbisse scheinen zu gedeihen. Jetzt darf sie mir nur keiner klauen, dann wird die Ernte höchstwahrscheinlich reichlich ausfallen. Worüber ich mich sehr freue ist, dass ich dieses Jahr Fenchel auf dem Acker habe. Selbst gezogenen Kohlrabi habe ich ebenfalls noch nie gegessen. Auf diesen freue ich mich auch schon.

Über den Jahreskreis

Um wieder auf das Schnitterfest zurückzukommen, Lughnasadh bietet dir, wie manch andere Jahreskreisfeste (beispielsweise Litha und Beltane) eine gute Gelegenheit, um die Natur ein wenig wertzuschätzen. Dekoriere doch dein Zuhause mit gelben Sonnenblumen vom Feld und freue dich einfach über den Höhepunkt des Sommers, der dir vielleicht gerade eine reiche Ernte beschert.

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