Jetzt ist Hollerbeeren-Zeit!

Die Pflanze, auf der Holunderbeeren wachsen, habe ich bereits im Mai beschrieben. Der Holunderstrauch oder Hollerbusch gehört zu meinen Lieblingswildpflanzen, da er zweimal im Jahr feine Köstlichkeiten hervorbringt. Im Mai achte ich immer darauf, nicht alle Holunderblüten zu pflücken, damit sich im Herbst auch noch Beeren entwickeln können. Diese hängen dann schön schwer und saftig auf den Sträuchern und schreien förmlich danach, von mir geerntet zu werden.

Gesunde Köstlichkeit für den Winter

Der Geschmack der Hollerbeeren ist für mich der Inbegriff von Herbst und Winter. Nach den Felsenbirnen im Juli und den Brombeeren im August kommen die überaus ergiebigen Holunderbeeren bei mir in der Küche zum Einsatz. Den tiefschwarzen Beeren wird nachgesagt, dass sie als Mittel gegen Blasen- und Nierenleiden helfen, das Herz- und Kreislaufsystem stärken und aufgrund des hohen Vitamin-C-Gehalts gut gegen Erkältungen wirken.

Achtung giftig!

Die rohen Holunderbeeren enthalten den Giftstoff Sambunigrin, weshalb du sie nicht unverarbeitet verzehren solltest. Denn das kann zu Übelkeit und Erbrechen führen. Werden die Hollerbeeren jedoch auf über 77 Grad Celsius erhitzt, zersetzt sich der Giftstoff. Ich koche die Holunderbeeren immer mindestens eine halbe Stunde lang, bevor ich sie weiter verarbeite, damit nichts passieren kann. Kochen muss ich sie sowieso, wenn ich daraus Sirup zubereiten möchte. Ich koche sie dann nur einfach länger.

Holunderbeeren-Sirup zubereiten

Den Sirup bereite ich mit Wasser verdünnt als Erfrischungsgetränk zu, das wirklich phänomenal gut schmeckt. Eine Flasche davon hebe ich mir immer für Weihnachten auf, das muss einfach sein! Hier das Rezept:

Hollerbeeren-Sirup:

  • 500 Gramm Holunderbeeren
  • 500 Milliliter Wasser
  • 500 Gramm Zucker
  • 10 Gramm Zitronensäure
  • 1 Zimtstange
  • Eventuell etwas frisch gepressten Orangensaft

Für die Zubereitung gibt es zwei Möglichkeiten. Wer einen Entsafter besitzt, entsaftet die rohen Beeren und kocht den Saft zusammen mit dem Wasser und den restlichen Zutaten 30 Minuten lang. Ohne Entsafter werden die Beeren (gerne auch samt Stängel) zusammen mit dem Wasser und dem Zimt 20 Minuten lang geköchelt. Seihe anschließend alles durch ein Sieb und ein Küchentuch mit einem Stück Küchenrolle darauf ab. Da alles sehr heiß ist, nehme ich immer einen Kartoffelstampfer, um den Saft effektiv aus dem Küchentuch zu bekommen. Im Anschluss wird der Sud mit dem Zucker und der Zitronensäure weitere 10 Minuten lang gekocht. Schöpfe zum Schluss noch den Schaum ab. Fülle anschließend den noch heißen Sirup in sterilisierte Flaschen ab. Dieses Rezept ergibt etwa einen Liter Sirup.

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